Biographie

Portrait Gerald und Liane

Gerald Axelrod, geb. 1962 in Hard (Österreich). Begann im Alter von 13 Jahren, seine ersten Schwarz-Weiß-Fotos selbst zu vergrößern. Erlernte das Fotografieren ohne Schulen und Kurse. 1997 veröffentlichte er den Fotoband "... als lebten die Engel auf Erden", der sich rasch zu einem Kultbuch entwickelte und dem zahlreiche weitere Publikationen folgten. Mit über einem Dutzend Ausstellungen in Europa und den USA (u.a. in der Leica Gallery in New York) gehört Gerald Axelrod heute zu den international renommierten Fotografen. - Lebt in Wien.

 

Liane Angelico, geb. 1968 in St. Pölten (Österreich). Entdeckerin verborgener Welten, die sich zunächst der Dichtkunst widmete und gemeinsam mit Gerald Axelrod das Buch "… denn weiter als der Himmel ist die Liebe" veröffentlichte. Beschäftigt sich zudem mit Mythologie und Mystik, was sie dazu inspirierte, in phantastische Traumwelten einzutauchen. - Lebt in Wien.

 

Fotoausstellungen von Gerald Axelrod

No Name Gallery, Basel, 1993
Buchhandlung Rösslitor, St. Gallen, 1997
No Name Gallery, Basel, 1998
Moritzbastei, Leipzig (im Rahmen des Wave und Gotik-Treffens), 1998
Buchhandlung Herschel, Berlin, 1998
Der Steinhof, Berlin, 1998
Städtische Galerie, Wangen im Allgäu (Gruppenausstellung), 1999
Avalon Versand, Kornwestheim, 2000
Leica Gallery, New York (Gruppenausstellung), 2001
Moritzbastei, Leipzig, 2001
Parkfriedhof Tempelhof, Berlin, 2002
Discothek PC69, Bielefeld, 2002
Schloß Tutzing, (am Starnberger See in der Nähe von München), 2002
Palais Eschenbach, Wien, 2006
Viper Room, Wien, 2009
Palais Eschenbach, Wien, 2009

 

Interview der Zeitschrift "Obscura" mit Gerald Axelrod

  

Wie er zur Fotografie kam:

Gerald Axelrod, 1962 in der tiefsten österreichischen Provinz geboren, fing bereits mit 10 Jahren an, zu fotografieren; mit 13 hat er sich seine erste Dunkelkammer eingerichtet und schließlich das Fotografieren und Entwicklen als Autodidakt erlernt. Mit 23 Jahren fing er an, Filme zu drehen. Als es ihm 1997 gelang, einen Verlag für seine Fotos zu interessieren und ein Buch zu veröffentlichen, gab er das Filmen auf, um sich wieder ganz der Fotografie zu widmen.

"Ich bearbeite meine Fotos mit großem Aufwand - Doppel-, Drei- bis Vierfachbelichtungen - dementsprechend nach, so daß sie meine ganz persönliche Sichtweise wiedergeben. Ich habe alles durch 'try and error' erlernt. Andere Fotografen, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr überrascht, wie ich entwickle. Wie gesagt, ich belichte ein Bild mehrfach, um z.B. weiche Kontraste im Vordergrund und harte Kontraste mit sattem Schwarz im Hintergrund zu erreichen."

 

Welche Stimmung möchtest Du mit Deinen Bildern erzeugen?

"Mich fasziniert das Unheimliche. Ich hatte einmal ein Schlüsselerlebnis: Im Alter von 13 Jahren sah ich den Film "Tanz der Vampire". Das war ein überwältigendes Erlebnis für mich. Ich lag die halbe Nacht wach und war völlig begeistert. Im Grunde genommen hat mich an den Friedhöfen immer dieses Element des Horrors fasziniert. Die italienischen Friedhöfe mit ihren unglaublich prunkvollen Bauten - auf manchen Friedhöfen gibt es ja auch richtige Labyrinthe - liegen alle im Halbdunkel, voller unheimlicher Statuen, zum Teil auch mit Totenköpfen. Das war für mich immer so, als wenn ich live in einem Horrorfilm wäre. Und genau diese unheimliche, bedrohliche Atmosphäre will ich mit meinen Bildern erzeugen."

"Man kennt heute nur noch das von der katholischen Kirche geprägte Bild von den 'heiligen' Engeln und vergißt immer, daß ja auch die Höllenengel früher mal im Himmel waren, daß also Engel im Grunde genommen sehr zwiespältige Wesen sind, die durchaus auch zu Sünden bereit sind wie z.B. Luzifers Rebellion gegen Gott, der sich ja immerhin ein Drittel aller Engel angeschlossen hat."

 

Wie entstand die Idee zu den Bildern von den Engelsstatuen?

Cover Engel"1990 bin ich als Tourist ganz zufällig auf dem Friedhof von Florenz gelandet und war vollkommen überrascht, welch unglaublichen Statuen auf den italienischen Friedhöfen zu finden sind. Ich habe daraufhin sehr exzessiv fotografiert. Diese Bilder sind bei meinen Freunden außerordentlich gut angekommen, weil sie ja genauso überrascht waren von diesen meisterhaften Skulpturen.

Es ist ja wirklich eine geheimnisvolle verborgene Welt, die leider in Vergessenheit geraten ist.

Ich bin jahrelang immer wieder nach Italien gefahren, um zu fotografieren, bis mich meine Freunde dazu ermutigt haben, daß ich versuchen sollte, ein Buch herauszubringen." 
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"Wo die Zeit keine Macht hat"
Cover Irland Auch die Idee zu Gerald Axelrods zweitem Buch entstand mehr oder weniger durch Zufall. Auf seiner Irlandreise 1998, der insgesamt dritten, entdeckte er ein Buch über keltische Legenden, illustriert mit Zeichnungen. Spontan kam ihm in den Sinn, daß er sowas doch mit Fotos machen könne - und schon vorher hatten ihn die in Irland zahlreichen Burgen und Ruinen mit ihrer mystischen Atmosphäre fasziniert.

"Wenn man diese alten Gemäuer völlig allein betritt, fühlt man sich wie in einer anderen Zeit und einer anderen Welt. Nichts erinnert mehr an die Realität."

So fuhr er ein Jahr später noch einmal nach Irland, diesmal mit seiner Bekannten Iris Guggenberger, die ihm vor ausgewählten Orten Modell stand - mal als Fee, mal als Hexe oder Druidin.